Die Geschichte unseres Vereins spiegelt mehr als ein Jahrhundert Gartenkultur, Gemeinschaftsgeist und historischen Wandel in Halberstadt wider. Von den mühsamen Anfängen im Jahr 1912 bis zur heutigen modernen Kleingartenanlage prägten Tatkraft, Nachbarschaftshilfe und die Liebe zur Natur unser Vereinsleben.
1. Ursprung und Gründung (1907 – 1912)
Die Kleingartenbewegung fand ihren Ursprung im 19. Jahrhundert als Antwort auf die fortschreitende Industrialisierung. Im Jahr 1907 erreichte diese Bewegung schließlich Halberstadt und stieß in der örtlichen Presse sowie unter der arbeitenden Bevölkerung auf große Beachtung.
Im Frühjahr 1912 schlossen sich Halberstädter Arbeiter – hauptsächlich aus dem Traditionshandwerk der Handschuhmacher – zusammen, um eigenständig Schrebergärten anzulegen. Zu diesem Zweck pachteten sie ein geeignetes Gelände am Rand des Stadtgebiets: einen Teil der ehemaligen Obstplantage von Frau Caspari am Ufer des Goldbachs.
- Harte Pionierarbeit: Die Urbarmachung erfolgte in kompletter Handarbeit. Nach ihrer regulären Schichtarbeit rodeten die Gründungsmitglieder Büsche, Wurzeln und Bäume und richteten den Boden für den Gemüseanbau her.
- Erste Parzellierung: Es entstanden die ersten Grundstrukturen der Anlage, die bis heute das Bild des Vereins prägen.
2. Weltkrieg, Inflation & Weimarer Republik
Schon zwei Jahre nach der Vereinsgründung brach 1914 der Erste Weltkrieg aus. Die Daheimgebliebenen – vor allem Frauen, Senioren und Kinder – führten die Bewirtschaftung unter schwierigsten Bedingungen fort. In dieser Zeit wandelte sich der Schrebergarten von einer Freizeitoase zu einer überlebenswichtigen Stütze für die Versorgung der Familien mit Grundnahrungsmitteln.
Nach dem Krieg folgten die turbulenten Jahre der Weimarer Republik. Durch gegenseitige Unterstützung und große Eigenleistungen gelang es den Mitgliedern in den Nachkriegsjahren trotz Wirtschaftskrise, die gesamte Gartenanlage erstmals vollständig mit einem stabilen Zaun zu sichern.
3. Die Jahre 1939 bis 1945 & Bau des ersten Vereinshauses
Im Jahr 1939 wird erstmals Herr Roth als Vorsitzender erwähnt. Nach dessen Einberufung übernahm das Ehrenmitglied Herr Kaufhold die Führung bis nach 1945.
Trotz Baumaterialknappheit gelang 1939 die Fertigstellung des ersten Vereinshauses im Rohbau: Für die Errichtung nutzten die Gartenfreunde Ziegelsteine eines abgebrochenen Gebäudes aus Halberstadt sowie Holzkonstruktionen einer zurückgebauten Brücke aus Magdeburg.
4. Die Entwicklung in der DDR-Zeit (1949 – 1989)
In der DDR war der Verein als „Sparte Am Goldbach“ im VKSK organisiert. Die insgesamt 56 Parzellen dienten primär der Eigenversorgung mit Obst und Gemüse.
| Jahr / Zeitraum | Ereignis / Infrastrukturmaßnahme |
|---|---|
| 1955 | Erstes großes Hochwasser durch den Goldbach. |
| 1959 | Beginn des Baus des heutigen Vereinshauses. |
| 1963 – 1969 | Erneuerung der Außeneinzäunung und zweiter Zugang über den Goldbach. |
| 1970er Jahre | Schrittweise Ersetzung alter Holzlauben durch feste Bungalows. |
| 1977 | Verlegung der Trinkwasserleitung in Eigenleistung; spätere Elektrifizierung. |
| 1982 | NVA-Pionierfahrzeug beschädigt Autos; NVA liefert als Entschädigung Kies für Wege. |
| 1984 | Bau der gemauerten Toilettenanlage & Rodung wegen Feuerbrand-Epidemie. |
5. Wendezeit, Offizielle Registrierung & Neuausrichtung ab 1990
- 07.07.1990: Errichtung der neuen Vereinssatzung.
- 11.03.1991 – Offizielle Ersteinrichtung: Historischer Eintrag als eingetragener Verein unter der damaligen Registernummer VR 217 beim Amtsgericht Halberstadt.
- 26.06.2007 – EDV-Umschreibung: Übertrag des Registerblatts auf das Amtsgericht Stendal unter der unveränderten Registernummer VR 37217.
- 30.05.2010 – Satzungsreform: Beschluss einer umfassenden, modernen Satzungsneufassung durch die Mitgliederversammlung.
- 1992 – 80-jähriges Jubiläum: Feierliches Fest für alle Mitglieder und Nachbarn.
- Modernisierungen: Sanierung des Vereinshauses (Dach, Fenster, Innenräume) und Neugestaltung des Spielplatzes.
- 1994 – Erneutes Hochwasser: Nach schweren Regenfällen stand die Anlage erneut unter Wasser.
6. Die Vereinsvorsitzenden & Vorstandsgeschichte im Überblick
| Zeitraum / Datum | Vorstand / Funktion | Epoche / Details laut Register & Historie |
|---|---|---|
| 1939 | Herr Roth | Erste namentliche Erwähnung als Vorsitzender vor dem II. Weltkrieg. |
| 1939 – nach 1945 | Herr Kaufhold | Führung des Vereins durch die Kriegsjahre. |
| DDR-Zeit | Herr Haberlach | Leitung der Sparte während der Nachkriegsjahre. |
| DDR-Zeit | Herr Breitmeyer | Weiterführung des Vereinslebens & Ausbau. |
| Bis 26.06.2007 (EDV-Umschreibung) |
Gerald Döring (Vorsitzender) Horst Schröter, Gerd Wiedenbach, Alfred Breitmeyer |
Der bei der Umschreibung auf EDV (26.06.2007) geführte Vorstand. |
| 19.03.2008 | Wolfgang Reiter (Vorsitzender) Gerald Döring (Stellv.) Kurt Hamatschek (Kassierer) Wilfried Piorr (Schriftführer) |
Neu- bzw. Umbesetzung des Vorstandes. |
| 22.09.2010 | Wolfgang Reiter (Vorsitzender) Horst Witzkowski (Stellv.) Kurt Hamatschek (Schatzmeister) |
Bestellung von Horst Witzkowski als stellvertretender Vorsitzender. |
| 13.11.2014 | Hannelore Grope (Stellv. Vorsitzende) | Bestellung von Hannelore Grope zur stellvertretenden Vorsitzenden. |
| 24.07.2018 | Hannelore Grope (Vorsitzende) Heiko Breitmeyer (Stellv.) Kurt Hamatschek (Schatzmeister) |
Bestellung von Heiko Breitmeyer als stellvertretender Vorsitzender; Hannelore Grope rückt zur Vorsitzenden auf. |
| 10.11.2023 | Dominic Hentschel (Vorsitzender) Petra Hinze (Stellv. Vorsitzende) Andre Diebenkorn Schatzmeister) Wilfried Piorr (Schriftführer) |
Eintragung des neuen Vorstandes nach Mitgliederversammlung. |
| 10.07.2024 | Dominic Hentschel (Vorsitzender) Henning Rühe (Stellv. Vorsitzender) Andre Diebenkorn (Schatzmeister) Wilfried Piorr (Schriftführer) |
Zwischenzeitlicher Stand: Henning Rühe folgt auf Petra Hinze. |
| Ab Juni 2026 | Andre Diebenkorn (Vorsitzender) Henning Rühe (Stellv. Vorsitzender) Wolfgang Reiter (Kassenwart) Laura Schmidt (Schriftführerin) |
Aktueller Vorstand ab Juni 2026. |
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